Delegationsreise IHK und BBZ nach China
Im April durften Christian Simon und Yvonne Simon Teil der Fulda-Delegation nach China sein — geleitet von Michael Konow von der IHK Fulda und Dr. Mirijam Kessler vom BBZ Fulda.
Für diese besonderen, wertvollen und sehr eindrucksvollen Einblicke sagen wir herzlich Danke. Es war eine große Bereicherung, Teil dieser Reise sein zu dürfen.
Im Rahmen der Delegation waren wir mehrere Tage in Mianyang unterwegs und konnten verschiedene Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Institutionen besuchen. Dabei haben wir spannende Einblicke in Wirtschaft, Ausbildung, Arbeitswelt und Alltag in China erhalten. Im Anschluss haben wir noch einige Tage in Chengdu und Chongqing verbracht, um Land, Kultur und Menschen noch besser kennenzulernen.
Es gibt unglaublich viel zu erzählen — hier einige Eindrücke, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind:
China begegnet einem mit enormer Dynamik, Tempo und wirtschaftlichem Selbstverständnis. Business hat dort einen sehr hohen Stellenwert. Beeindruckend war für uns, mit welcher Konsequenz, Geschwindigkeit und Zielorientierung viele Themen angegangen werden.
Auch die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die wir erleben durften, haben uns sehr beeindruckt. Wir wurden offen empfangen, unterstützt und mit großem Interesse begleitet.
Auffällig war außerdem die enorme Vielfalt an Elektroautos im Straßenbild — von chinesischen Marken über Tesla bis hin zu deutschen Herstellern wie Mercedes, Porsche, VW und BMW. Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur sind in vielen Bereichen sehr weit entwickelt. Zug- und Metroverbindungen haben wir als äußerst pünktlich, zuverlässig und effizient erlebt.
Ein weiteres Thema, das uns besonders aufgefallen ist, war die Digitalisierung im Alltag. Zahlungen laufen fast überall per QR-Code, selbst bei Straßenverkäufern. Gleichzeitig ist gesetzlich geregelt, dass Bargeld weiterhin angenommen werden muss. Auch Eintrittskarten, Zugtickets und viele andere Vorgänge sind eng mit persönlichen Identifikationsdaten verknüpft (Passnummer) — ein System, das aus europäischer Perspektive kontrovers zum Nachdenken anregt.
Überraschend positiv war für uns auch die Luftqualität in den Städten, die wir besucht haben, sowie der hohe Anteil an Grünflächen. Wir haben uns während der gesamten Reise sehr sicher gefühlt.
Kulinarisch war China ebenfalls eine Reise für sich: eine unglaubliche Vielfalt an Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und regionalen Spezialitäten. Gegessen wird oft sehr ganzheitlich — „from nose to tail“ ist dort gelebte Praxis. Gleichzeitig haben wir auch großartige vegetarische Restaurants kennengelernt, mit einer beeindruckenden Vielfalt aus Pilzen, Bohnen, Bambus, Gemüse und frischen Zutaten.
Ein besonderes Highlight war der Besuch des Dujiangyan-Bewässerungssystems — ein architektonisches Meisterwerk und UNESCO-Weltkulturerbe, das die Region Chengdu seit Jahrhunderten vor Überschwemmungen schützt und bis heute von großer Bedeutung ist.
Auch Chengdu und Chongqing haben bleibende Eindrücke hinterlassen. Besonders Chongqing war für uns überwältigend: eine riesige, pulsierende Metropole mit unzähligen Hochhäusern, enormer Dichte und einer Energie, die schwer in Worte zu fassen ist.
Geschichtlich interessant war für uns, dass China nach Russland im 2. Weltkrieg die meisten Menschen verloren hat (mehr als Deutschland). Auch dort war Krieg – v.a. mit Japan. Diverse Bunker in Chongqing zeigen noch Spuren. Jetzt genutzt als Tankstelle oder Bunker-Restaurant.
Und natürlich durften auch die Pandas nicht fehlen. Zu sehen, wie diese Tiere fast ausschließlich aus Bambus ihre Energie gewinnen, war faszinierend — und erklärt vielleicht auch ihre sehr entspannte Art.
Was nehmen wir mit?
China ist ein Land voller Gegensätze: modern und traditionsbewusst, hochdigital und tief kulturell geprägt, wirtschaftlich extrem dynamisch und gleichzeitig vor eigenen großen Herausforderungen stehend. Viele Eindrücke haben uns begeistert, manche haben uns nachdenklich gemacht.
Wir sind dankbar für die Begegnungen, Gespräche und Erfahrungen. Solche Einblicke erweitern den eigenen Blick auf Wirtschaft, Gesellschaft und Zusammenarbeit weit über den eigenen Alltag hinaus.

Danke an alle, die diese Delegationsreise möglich gemacht haben. Schön, dass wir dabei sein durften.



